Biologische Station im Ennepe-Ruhr-Kreis

Kinder mit einem Meilermodell. Foto: H. Heuer, Biologische Station im Ennepe-Ruhr-Kreis

Bildung für nachhaltige Entwicklung hat eine lange Tradition im Ennepe-Ruhr-Kreis. Einige „Schule der Zukunft“- Schulen sind bereits seit der Kampagne „Umweltschule in Europa“ dabei. Beim letzten Durchgang erhielten 34 Schulen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis die Auszeichnung, mehr als ein Viertel der Schulen des Kreises. Die hohe Teilnehmerzahl resultiert aus der erfolgreichen Zusammenarbeit des Schulamtes des Ennepe-Ruhr-Kreises und der Biologischen Station EN. Seit 2001 ist eine Biologielehrerin mit halber Stelle an die Biologische Station abgeordnet, eine einmalige Kooperation in NRW.
Die Naturlandschaft des Ennepe-Ruhr-Kreises bildet die Kulisse für erlebnisreichen und handlungsorientierten Unterricht. Nach der Exkursion ins Freiland geht es ins professionell ausgestattete Schülerlabor zur abschließenden Auswertung. Klassen können sich anmelden für Boden-, Wald- und Wasseruntersuchungen, Lehrerfortbildungen zu Themen der BNE werden intensiv genutzt. Zusätzlich kommt die Stationslehrerin auch in die Schule: Im Fledermaus-Unterricht gibt es „große Ohren auf Schülerköpfe“, Hummeln, Eulengewölle und Spurenkisten fordern zukünftige Naturwissenschaftler heraus.
Die Kontakte durch das Bildungsangebot sind oft der Türöffner, Kolleginnen und Kollegen auf die Kampagne aufmerksam zu machen. Weiterhin hilfreich ist der Blick ins Schulprogramm und Presseartikel. Viele Schulen zeigen bereits Ansätze zur Bildung für Nachhaltigkeit, ohne sich dessen bewusst zu sein. Im Beratungsgespräch werden die Potenziale der Programme ausgelotet und ein Konzept zur Beteiligung an der Kampagne entwickelt. Auf Wunsch können Kontakte zu weiteren Partnern oder Sponsoren hergestellt werden. Unterstützung bei der Anfertigung der Dokumentation und der Präsentation bei der Auszeichnungsfeier empfinden Lehrer und Lehrerinnen als hilfreich.
Um Bildung für Nachhaltigkeit langfristig im Schulleben zu verankern, werden Kolleginnen und Kollegen darin bestärkt, nicht mit einem einzigen aufwändigen Projekt einiger Weniger das Thema „abzuhaken“, sondern BNE zum gemeinsamen Vorhaben der ganzen Schule zu machen.
Welchen Stellenwert der Kampagne im Ennepe-Ruhr-Kreis beigemessen wird, zeigt sich in der Vorbereitung der Jury. Teams aus Schulamt, Politik und Ehrenamt besuchen die Schulen, um sich von den Akteuren über ihre BNE-Projekte informieren zu lassen. Diese Wertschätzung motiviert, da die geleistete Arbeit auf direkte positive Resonanz in der Öffentlichkeit stößt.
Um BNE noch stärker in der Region zu verorten, entwickelt die Stationslehrerin Schwerpunktprojekte wie „EN blüht auf – und die Natur geht zur Schule“, ein Angebot zur Förderung der Artenvielfalt im Schulumfeld. Viele Ehrenamtliche unterstützten schon zum 6. Mal die „Köhler-Kinder“, das BNE Schulprogramm zur Herstellung und Verwendung von Holzkohle. 2014 erlebten 1250 Schüler das Programm, bei dem es um Wasser und Holz als Energieträger, regionale Traditionen und Handwerk sowie deren soziale und globale Aspekte geht.