Abtei-Gymnasium Brauweiler / Gymnasium

Ausbau des Programms Agenda21 am Abtei-Gymnasium Brauweiler

Hauptkategorie: Konsum und Lebenstile

Projektbeschreibung

Das Programm Agenda21 am Abtei-Gymnasium Brauweiler (AGB) war schon vor der Teilnahme der Schule an der Kampagne "Schule der Zukunft" im Schulprofil verankert. Deshalb wurde bei der Anmeldung zur Kampagne der Ausbau des Programms als Überschrift der Projektbeschreibung und als Projektziel gewählt. Für den Kampagnenzeitraum wurde neben dem Ausbau der Agenda21-Inhalte eine Verbesserung der Kommunikation zwischen den im BNE-Bereich tätigen Kolleginnen und Kollegen angestrebt. Ein weiteres Ziel war es, durch eine transparentere Darstellung und Verknüpfung aller Aktivitäten im Programm Agenda21 eine verbesserte inner- und außerschulische Wahrnehmung des Programms sowie dessen verbesserte Einbettung in das Schulleben am AGB zu erlangen.


Im Schuljahr 2006/2007 wurde ein Geographielehrer des AGB von der Schulleitung zum Agenda21-Beauftragten bestimmt. Zum Schuljahr 2007/2008 wurde am AGB das Differenzierungsfach Erdkunde-Politik-Geschichte als Wahlpflichtfach ins Leben gerufen. Unter dem Leitfach Erdkunde und mit dem Oberthema "Agenda21 - Bildung für Nachhaltigkeit" wurde das Fach in den Jahrgangsstufen 8 und 9 in der Folge ein offizieller Bestandteil des Schulprofils. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht die „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" im ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Sinn. In den ersten Jahren bestand die maßgebliche Aufgabe der Agenda21-Arbeit darin, einen schulinternen Lehrplan für das neu installierte Fach zu entwickeln und mit Inhalten zu füllen. Von Beginn des Vorhabens an bestand eine Kooperation mit den beiden externen Partnern „Netzwerk e.V. Soziale Dienste und Ökologische Bildung - Natur & Kultur“ sowie der „Galeria Kaufhof“. Zu Beginn eines jeden Schuljahres wurde und wird von den drei Kooperationspartnern das Thema für ein im zweiten Schulhalbjahr durchzuführendes Unterrichtsmodul im Umfang etwa eines Quartals festgelegt. Dabei war und ist die Aufgabe der Schule die Planung und Durchführung des Moduls, die Aufgabe von „Natur & Kultur“ die Organisation von Exkursionen, Vorträgen externer Experten sowie die Dokumentation der Module und die Aufgabe von „Galeria Kaufhof“ die Finanzierung der Module und die Rekrutierung der externen Experten. Die entwickelten Module sind im veröffentlichten schulinternen Lehrplan verschriftlicht und stehen allen im Wahlpflichtbereich unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen für die Vorbereitung des Unterrichts der nachfolgenden Jahrgänge zur Verfügung. Sowohl der schulinterne Lehrplan als auch die Dokumentationen der Jahre 2007 bis 2013 sind auf der Schulhomepage veröffentlicht. Die Dokumentation des vorangegangenen Schuljahres ist in Arbeit.


Neben den genannten Kooperationen wurde im Schuljahr 2012/2013 im Rahmen der Differenzierungskurse eine Zusammenarbeit mit der Lokalen Agenda 21 in Pulheim und dem AGB begonnen. Das erste Projekt war im April 2013 die Teilnahme am Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP) im Rahmen einer simulierten UNEP-Konferenz im großen Ratssaal der Stadt Pulheim. Nachdem die Lokale Agenda 21 im folgenden Schuljahr überwiegend Projekte in der Primarstufe durchgeführt hat, wurde jüngst vereinbart, die Zusammenarbeit mit dem AGB im Schuljahr 2014/2015 zu vertiefen.
Auf einer Lehrerkonferenz im Schuljahr 2012/2013 wurde das Kollegium im Rahmen der Agenda21-Koordination mit dem Ziel, weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen für die Mitarbeit zu gewinnen, darüber informiert, dass das AGB an der Kampagne „Schule der Zukunft“ teilnimmt. Parallel zu den oben aufgeführten Aktivitäten hatten viele engagierte Kolleginnen und Kollegen schon seit Jahren unterschiedliche AGs, Projekte und Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit am AGB durchgeführt. Im vergangenen Schuljahr wurden die bereits bestehenden als auch die neu ins Leben gerufenen Projekte im Programm Agenda21 zusammengeführt, um die Darstellung dieser Aktivitäten in der inner- und außerschulischen Darstellung transparenter zu gestalten. Die Kurse zur Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie diverse Projekte und AGs gestalten das Programm Agenda21 mittlerweile vielfältig und genießen in der Schulgemeinde große Bekanntheit.


Folgende Projekte können von den SchülerInnen gewählt bzw. wahrgenommen werden:


EineWelt-Gruppe:
In der EineWelt-Gruppe geht es darum, sich für andere Menschen einzusetzen und in einer Gruppe zu überlegen, wie dies getan werden kann. In jedem Halbjahr wird ein Projekt geplant, z.B. ein Weihnachtsbasar oder eine kleine Kirmes. Zudem wurde mit recyceltem Material ein „Eine-Welt-Büdchen“ gebaut, an dem mehrmals im Monat in den Pausen fair gehandelte Produkte (wie Schokoriegel, Smoothies etc.) verkauft werden. Endgültig ins Bewusstsein der gesamten Schulgemeinde gerückt ist die EineWelt-Gruppe spätestens seit den Festivitäten zum 40jährigen Bestehen des Abtei-Gymnasiums im Juli 2014, welche geprägt waren von zahlreichen Aktivitäten Gruppe.


Bienen-AG:
Hier werden von den SchülerInnen, einer Biologielehrerin, einem Biologielehrer und dem „Imkervater“ aus der Elternschaft vier Bienenstöcke unterhalten. Der erzeugte Honig wird in der Schulgemeinde verkauft.


Tag der Artenvielfalt:
Das Kartierungsprojekt "Tag der Artenvielfalt" wird an unserer Schule regelmäßig Anfang Juni mit den Jahrgangsstufen 5 und 7 durchgeführt. Diese Aktion wird von der Zeitschrift GEO ausgerufen und regt dazu an, die Artenvielfalt in der näheren Umgebung zu erkunden.


Patenschaft Pulheimer Bach:
Seit einigen Jahren finden im Fach Biologie Exkursionen mit Gewässeruntersuchungen an einem Abschnitt des Pulheimer Bachs statt. Zum Einsatz kommt dabei oft der hinzugebuchte Umweltbus LUMBRICUS der Natur- und Umweltschutz-Akademie Nordrhein-Westfalen (NUA) - ein rollendes Klassenzimmer und gleichzeitig eine mobile Umweltstation. Vor zwei Jahren hat das Abtei-Gymnasium sogar eine Patenschaft für einen Abschnitt des Pulheimer Bachs übernommen.


Soziales Engagement – MedienScouts:
Das Abtei-Gymnasium ist seit 2013 beim Projekt „MedienScouts NRW“ der Landesanstalt für Medien NRW dabei. Vier ausgewählte SchülerInnen der damaligen Jahrgangsstufe 8 mit überdurchschnittlichen sozialen Kompetenzen wurden gemeinsam mit zwei Betreuenden dazu ausgebildet, Projekte zur Medienerziehung an der Schule durchzuführen und zu entwickeln. Ziel ist es im Sinne der sogenannten Peer-Education, jüngeren SchülerInnen den verantwortungsvollen und realitätsnahen Umgang mit den modernen Medien nahezubringen. Hierbei spielt die Vorbildfunktion der älteren Schüler eine entscheidende Rolle für die Akzeptanz, insbesondere hinsichtlich der sozialen Netzwerke im Internet. Seit 2014 ist die erste Generation der MedienScouts an der Ausbildung der zweiten Generation aus der neuen Jahrgangsstufe 8 beteiligt.

Soziales Engagement - Schülerstreitschlichtung:

SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 werden im Laufe eines Schuljahres in Seminarform an der Schule zu Mediatoren ausgebildet. Mit Beginn der Jahrgangsstufe 11 sind sie befähigt, nach dem „Bensberger Modell“ jüngere SchülerInnen bei der Beilegung von alltäglichen Konflikten aktiv zu unterstützen. Außerdem helfen sie bei der Ausbildung der nachfolgenden Generation der Mediatoren durch Austausch und ihre Vorbildfunktion. Um den notwendigen persönlichen Kontakt zu den jüngeren SchülerInnen herzustellen, nehmen die Schülermediatoren an sozialpädagogischen Projekten in der Erprobungsstufe teil.

Gruppe Lebensraum Schule:
Die Gruppe Lebensraum Schule wurde im Mai 2014 gegründet und hat sich das Ziel gesetzt, den Lebensraum Schule nachhaltig zu gestalten. Es soll eine angenehme Atmosphäre für Lernende und Lehrende gleichermaßen schaffen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Sauberkeit und die Gestaltung der Klassenräume, in denen ein Hauptteil des Schullebens stattfindet. Ein erster Schritt ist mit der Gestaltung des Foyers getan, das schon in neuen Farben erstrahlt. Mit Hilfe der SV und vielen Schülerinnen und Schülern sind in den nächsten Jahren noch viele Projekte geplant, mit dem Ziel, dass sich alle Schüler und Schülerinnen an ihrer Schule wohlfühlen und sich mit dieser identifizieren und nach ihrem Abitur vielleicht sagen: "Hier bin ich gerne zur Schule gegangen".


Die Entwicklung des Programms Agenda 21 ist mit dem Ende des vorangegangenen Schuljahres keinesfalls abgeschlossen. Für das Schuljahr 2014/2015 wurden von der Agenda21-Koordination bereits folgende Erweiterungen des Programms verankert: Seit dem Schuljahr 2014/2015 werden am AGB im Rahmen der individuellen Förderung in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 so genannte Neigungskurse als Wahlpflichtfächer angeboten. Aufgrund der Tatsache, dass das Fach Erdkunde – in dem laut Kernlehrplan mehrfach Nachhaltigkeitsthemen verankert sind - in der Sekundarstufe I am AGB in den Jahrgangsstufen 5, 7, 8 und 9 unterrichtet wird, bestand bis Ende des vergangenen Schuljahres eine Lücke in der Jahrgangsstufe 6. Diese wird im Schuljahr 2014/2015 erstmals durch das Angebot je eines Neigungskurses in den Jahrgangstufen 6 und 7 mit dem Titel „Agenda 21 mit lokalem und europäischem Bezug“ gefüllt. Mindestens einer der beiden Kurse wird sich im angelaufenen Schuljahr an unserer Europaschule im Rahmen des „Europäischen Wettbewerbs Europa in der Schule“ als Forscherteam zur folgender vorgegebenen Frage auf den Weg machen: „Die Ressourcen der Menschen werden in absehbarer Zeit knapp. Ein europäisches Forscherteam macht sich auf die Suche nach neuen Orten und Möglichkeiten. Was entdecken sie?“


Die Nachhaltigkeit des Programms Agenda21 wird zukünftig dadurch unterstrichen, dass den SchülerInnen Perspektiven im Bereich so genannter „grüner Berufe“ aufgezeigt werden: Seit dem Schuljahr 2014/2015 findet eine Kooperation mit dem „Wissenschaftsladen Bonn“ statt. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit der Berufsberatung am AGB, die vorsieht, dass in der Jahrgangsstufe 8 Berufsberatungen außerhalb der Schule im Rahmen von Exkursionen durchgeführt werden können. Zukünftig werden sich die SchülerInnen der Differenzierungskurse der Jahrgangsstufe 8 im Rahmen einer Exkursion und eines Expertenvortrages im Wissenschaftsladen Bonn (zudem in der Vergangenheit auf einer vom Netzwerkpartner „Netzwerk e.V. Soziale Dienste und Ökologische Bildung - Natur & Kultur“ ausgerichteten Fachtagung ein erster Kontakt entstand) über „grüne Berufe“ informieren.
Da in der Einführungsphase (Jahrgangsstufe 10) im Fach Geographie etwa ein Halbjahr lang das Thema „Energie“ im Fokus steht, wurde ein Kontakt zum „Institut für Landmaschinentechnik und Regenerative Energien (LTRE)“ an der Fachhochschule Köln geknüpft. Dieses Institut bietet Informationsveranstaltungen zum eigenen Studienangebot sowie Exkursionen ins oberbergische Lindlar-Remshagen, wo die „AVEA Aufbereitungs- und Deponierungsgesellschaft mbH (ADG)“ das Entsorgungszentrum Leppe betreibt und Formen der regenerativen Energiegewinnung in der Praxis vorgestellt werden. Der Kontakt wurde über den Wissenschaftsladen Bonn vermittelt und die Exkursion soll zum festen Bestandteil der Geographiekurse der Einführungsphase hinsichtlich einer Berufsorientierung werden.


An den im Steckbrief beschriebenen Kursen und Projekten nehmen zurzeit insgesamt mehr als 300 Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr teil.


Bezüglich der zu Beginn aufgeführten Projektziele wurden am AGB im Teilnahmezeitraum große Fortschritte erzielt. Auch zukünftig wird am Ausbau des Programms mit dem Ziel gearbeitet, ein gemeinsames „Nachhaltigkeitsbewusstsein“ in der gesamten Schulgemeinde zu schaffen. Der Ausbau des BNE-Bereichs am AGB ist also keinesfalls beendet und soll auch in der Zukunft weiter voran schreiten. Auch deshalb bewerben wir uns für eine Auszeichnung als „Schule der Zukunft“.

Weitere Projekte

Hier sind die Lerninhalte aufgeführt, die im Rahmen des Agenda21 Programms am Abtei-Gymnasium Brauweiler in Kursen zur Bildung für Nachhaltigkeit, in AGs oder in festen, jährlich wiederkehrenden Lernmodulen im Klassenverband thematisiert werden und an dieser Stelle standartisiert anklickbar sind:

Schwerpunkte:
  • Klima
  • Schulumfeldgestaltung
  • Schulimkern
  • Soziales Engagement
  • Fairer Handel
  • Globales Lernen
  • Lebensräume
  • Konsum und Lebenstile
  • Abfallvermeidung
  • Wasser
  • Energie
  • Ressourcenschutz
  • Wald
  • Naturerleben
  • Re/Upcycling
  • Nachhaltiges Wirtschaften
  • Kultur und Geschichte

Netzwerk


Netzwerkpartner der Schule: Natur & Kultur - Institut für Ökologische Forschung und Bildung. Träger: http://www.net-sozial.de/ .

Kooperationspartner des Abtei-Gymnasiums Brauweiler im Programm Agenda21 seit 2007.

Teilnahme an Netzwerke