Alfred-Herrhausen-Schule / Förderschule

Selbstermächtigung und Kultur

Hauptkategorie: Kulturelle Vielfalt

Projektbeschreibung

Das Projekt Arm oder Reich? geht auf die Initiative unseres Projektpartner Schulkunst - Kunst verändert Schule e.V. und auf unser gemeinsames Vorgängerprojekt zurück.

Mit den Mitteln zeitgenössischer Kunst Perspektiven umkehren. Die künstlerische Herangehensweise arbeitet mit dem was möglich ist. In der Zusammenarbeit mit Künstlern, Architekten und Menschen vieler anderer Disziplinen wird erfahrbar: „Der eigenen Intuition trauen“ und „mit anderen daraus etwas Gemeinsames schaffen“ führt zu Unverwechselbarem. "Kunst" nennt man dies in den westlichen Gesellschaften, Reichtum ist ein anderes Wort dafür.

Ausgangslage
Die in den 60er Jahren gebaute, ehemalige Obdachlosensiedlung Wittenberger Weg ist durch eine Schnellstraße, eine Autobahn und ein Gewerbegebiet städtebaulich isoliert. Die Isolation stabilisiert den Ausschluss und die soziale Armut ihrer Bewohner. Das Viertel konfrontiert Anwohner und Politiker mit schwer lösbar scheinenden Problemen und hat die schlechtesten Sozialdaten Düsseldorfs.


Ziel
Viele Kinder und Jugendlichen besuchen die Alfred-Herrhausen-Schule, Förderschule für Lernen sowie für soziale und emotionale Entwicklung. Das Projekt basiert auf den positiven Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler der Alfred-Herrhausen-Schule mit dem Bau der selbst erdachten und geplanten Terrassenanlage (Schulbaupreis NRW 2013). Mit daraus gewachsenem Selbstbewusstsein, einem Resultat dieses Erfolgs, stellten die Jugendlichen fest, dass dem Viertel eine selbst konzipierte, gemeinsame Mitte fehlt: Ein Café, ein offener Ort, der Treffpunkt ist auch für Menschen von “Außerhalb” und so aus der Isolation führt. Die Qualitäten der Menschen im Viertel, ihre Geschichte/n, das was sie sind und was sie sich wünschen, kann und soll dort sichtbar werden.
Den angrenzenden Betrieben fehlen Kantinen oder ein Mittagstisch. Die Jugendlichen der Förderschule haben Erfahrung mit Kochen und Catering. Auf diese Kultur wird aufgebaut für einen Ort, wo man gern zusammen ist und manchmal isst, wo man Gastfreundschaft pflegen und Ängste abbauen kann.
Die FH Düsseldorf beteiligt sich aktiv am Planungs- und Bauprozess. Der LVR berät betriebswirtschaftlich.


Arbeitsweise
Mit Kommunikation innerhalb des Viertels, aber auch zwischen den Bewohnern und den angrenzenden Betrieben, wird auf das Ziel, einer von allen Beteiligten gewünschten Veränderung, hin gearbeitet. Eine gesellschaftlich isolierte Gruppe erfindet einen eigenen Raum, formt diesen und betrachtet die darin wachsende Kultur.
Das Projekt beginnt mit den Kindern und Jugendlichen und lädt auf diesem Weg die Familien mit ein. Kern ist der Gedanke einer multiplen Autorenschaft. Zu diesen zählen neben den Kindern und Jugendlichen, den Familien, den Anwohnern, den angenzenden Betrieben, die begleitenden Künstler und Studierende. Der Blick des Anderen hilft, die eigenen Fähigkeiten jeweils klarer zu erkennen.
Arbeitsgrundlage ist ehrlicher Respekt vor den Kompetenzen aller Beteiligten auf Augenhöhe. Durch gemeinsames Planen und Bauen in allen Bereichen und Phasen des Projekts ist es das Projekt aller Beteiligten. Jede(r) wird die Möglichkeit haben, etwas Eigenes zum Projekt beizutragen. Das macht den Beteiligten und den Nutzern deutlich, dass sie zum Reichtum der Gemeinschaft und der Gesellschaft beitragen und ihre Fähigkeiten geschätzt werden. Dieses geschieht sowohl in der Konzeption und Teilhabe in allen Projektteilen als auch in und durch die Dokumentation der gemeinsamen Aktion.
Zusammen mit den Architekturstudierenden der FH Düsseldorf (als Teil ihres Studiums der Stadtraumplanung, Baukonstruktion und Statik) werden die Pläne und Ideen in eine baubare und zugleich besondere Architektur übersetzt. Die Studierenden werden auch selbst mit bauen. Aufgabe des Projekts wird es sein, die für die Baumaterialien benötigen Baukosten zu akquirieren. Wesentlich ist auch die Kooperation mit der Schülerfirma der Alfred-Herrhausen-Schule und den sozialen Trägern vor Ort. Das Café soll als genossenschaftlich betriebener Integrationsbetrieb geführt werden.


Wirkung
Viele Familien leben bereits seit Generationen in der ehemaligen Obdachlosensiedlung. Durch die Umsetzung des Projektes werden für die Jugendlichen und weitere Anwohner bislang in dieser Weise nicht gegebene Perspektiven eröffnet. Sie kooperieren partnerschaftlich mit den benachbarten Unternehmen. Die Aussicht einen Betrieb selbst mit zu planen, von der Gestaltung bis hin zur Funktion und Struktur, ist das kulturelle aber auch wirtschaftliche Potential des Vorhabens.
Hier entsteht ein Ort, den man selbst mitgeschaffen hat, den man zusammen mit anderen nutzen und in dem man einen Praktikumsplatz bekommen kann. Das Projekt bietet das Potential eines zukunftsfähigen Wirtschaftsbetriebs, der dem Viertel eine kulturelle Mitte gibt. Das Café soll sich zum Treffpunkt für die unterschiedlichen Alters- und Gesellschaftsgruppen entwickeln, der Ausstellungs- und Vorstellungsraum der eigenen Kultur sein, sowie Lehr- und (Teil-) Arbeitsplätze bieten. Die Chancen für eine erfolgreiche Umsetzung eines solchen Betriebes stehen gut.

Kooperationspartner
Schulkunst Kunst verändert Schule e.V., Ute Reeh
Hochschule Düsseldorf, Peter Behrens School of Architecture, Prof. Jörg Leeser und Prof. Juan Pablo Molestina
Hochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Prof. Dr. Reinhold Knopp
HGS Rheinlanf, Dr. Stefan Lück
Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf, Jürgen Heddergott
Kunsthalle Düsseldorf, Dr. Gregor Jansen
Kunstsammlung NRW Abteilung Bildung, Julia Hagenberg
SkFM, offene Tür Wittenberger Weg, Hans-Werner Schnittger
Ratsfrau Ursula Holtmann-Schnieder


Daten

Juni 2013 Ideenentwicklung zum Café am Wittenberger Weg
Ab November 2013 Konkretisierung mit der Klasse Scheller Rehl
Seit April 2014 Zusammenarbeit mit der Hochschule Düsseldorf
19.05.2014 1:1 Probecafé am Wittenberger Weg geplant und Durchgeführt zusammen mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Studierenden der FH, Fachbereich Architektur unter Beteiligung der Anwohner
2015 Lehmbankbau und Abgabe des Bauantrags
2ß16 Beginn der Kooperation mit der Albrecht-Dürer-Schule

Geplant: 2017 Bau des Cafés

Eröffnung: Ende 2017


Referenzen des Kooperationspartners Schulkunst e.V.
Schulbaupreis NRW 2013 für das gemeinsame Projekt "Eine Terrasse für die Alfred-Herrhausen-Schule"
Träger der freien Jugendhilfe seit September 2013

Stammdaten der Schule

Herr Peter Zerfaß
Carl-Friedrich-Goerdeler-Str. 21
40595 Düsseldorf
Tel : 0211 - 702799
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